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Anette Martin - Bürgermeisterkandidatin der SPD für Eching, Dietersheim, Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen

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Gute Altenpolitik

Eching steht heute in der Altenpolitik an einem Scheideweg. Warum? Weil der in der Altenpolitik bisher eingeschlagene Weg im Gemeinderat durchaus umstritten ist. Die Tendenz ist zu spüren, diesen Bereich der Daseinsvorsorge immer mehr dem Spiel des freien Marktes zu überlassen. Privatwirtschaftlich orientierte Projekte im Altenbereich werden als zukunftsweisend dargestellt.

Doch von Anfang an:

Der Gemeinderat hat sich vor mehr als 20 Jahren dazu entschieden, in Eching für ein gutes Älterwerden und Altsein in Selbstbestimmung Dienstleistungen und Angebote auf den Weg zu bringen: Beratung, häusliche Pflege, mobile Hilfsdienste, ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen und Programmen für Gruppen, die den Alltag bereichern und die aktivieren, Angebote für betreutes Wohnen u. a. m. Dies alles im Verbund aller Träger der Altenarbeit vor Ort, im Rahmen des Vereins „Älter werden in Eching” e. V. und mit einem zentralen Gebäude, dem ASZ.

Dieser Ansatz war und ist ein klares Kontrastprogramm zu einer „Altenpolitik”, die sich darin erschöpft, dass Grundstücke bereitgestellt werden, auf denen private Träger Alten- und Pflegeheime oder auch betreute Wohnungen errichten. Diese sind auch wichtig: aber allein Wohnungen machen noch keine gute Altenpolitik aus. Menschen brauchen, im Alter mehr denn je, andere Menschen, soziale und kulturelle Angebote, praktische Hilfen, geeignete Wohnräume, eine gute soziale Infrastruktur.

Der Verein „Älter werden in Eching” e. V. hat mit dem ASZ von der Gemeinde die Aufgabe der Altenhilfe übertragen bekommen. Ein kleines Team anerkannter Fachkräfte und eine große, stetig wachsende Zahl ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger arbeiten im ASZ an einer Fülle von Aktivitäten und Angeboten, die sehr gut nachgefragt werden. Darauf, und auf die Wohngruppe für Demenzkranke, die das ASZ seit 2008 unterhält, kann die Gemeinde stolz sein. Dies umso mehr, als dieser Weg der Altenpolitik durch nahezu alle Institutionen, die in unserem Land für Altenpolitik verantwortlich sind, gewürdigt, ja preisgekrönt worden ist.

Diese Altenpolitik kostet Geld. Die Gemeinde zahlt dem Verein Älter werden ein Dienstleistungsentgelt von 450.000 € für die Altenarbeit. Der Verein wiederum entrichtet an die Gemeinde eine Pacht in Höhe von 233.000 €. Dieser Betrag ist derzeit gekürzt, da der erste Stock ungenutzt ist. Meiner Meinung nach muss die erste Etage zügig mit bedarfsgerechten Wohnungen ausgebaut werden, die auch für Senioren mit kleiner Rente erschwinglich sind. Für den Unterhalt des Hauses sind für 2010 rund 100.000 € vorgesehen.

Ich bin sehr darauf bedacht, die gemeindlichen Finanzen nicht zu überfordern, auch nicht durch die Altenpolitik. Die Gemeinde muss für die Zukunft leistungsfähig bleiben. Ich sehe aber den Betrag für all die Leistungen des Vereins „Älter werden in Eching” und des ASZ/Mehrgenerationenhauses für absolut angemessen an – zum einen im Hinblick auf die große Anzahl von Personen, die das ASZ nützen, aber auch als Hilfe für diejenigen unter uns, die in den letzten Jahrzehnten durch ihre Leistungen die Gemeinde aufgebaut haben.

Soziale Einrichtungen dürfen nicht als Objekte gesehen werden, die sich durch ihren Betrieb selbst finanzieren müssen. Die Gemeinde nimmt mit ihnen ihre Aufgaben der Daseinsvorsorge wahr. Das kostet wie jede Sozialpolitik Geld. Dafür zahlen die Bürgerinnen und Bürger Steuern.

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